Darlehn und Darlehen, in der älteren Literatur auch Darleihen und Anlehen (loan): Im finanztechnischen Sinne ein Geschäft, bei dem eine Bank als Darlehngeber (Gläubiger) dem Darlehnsnehmer (Schuldner) Geld zur zeitweiligen Nutzung überlässt; siehe § 488 BGB. Der Darlehnsnehmer verpflichtet sich gemäss Vertrag zur Rückzahlung und Verzinsung. In diesem Sinne ist Darlehn gleichbedeutend mit Kredit. § 492 enthält eine Reihe wichtiger Rechtsvorschriften für Verbraucherdarlehns-Veträge (consumer credit contracts). Im volkswirtschaftlichen Sinne Leihkapital, nämlich Geld, das gegen Zins zur Verfügung gestellt wird. In der älteren Literatur häufig im Gegensatz zum Kredit (als die Geldaufnahme seitens eines Unternehmens, das mit dem geliehenen Geld einen Gewinn erzielen möchte, der erwartungsgemäss über dem vereinbarten Zinssatz liegt) die zeitweilige Überlassung von Geld – an einen Privathaushalt oder an einen gewerblichen Kreditnehmer, der ausserstande ist, seinen gegenwärtigen Verpflichtungen nachzukommen.

In der älteren Literatur auch Geldaufnahme zu Konsumtivzwecken (etwa ein Darlehn, um das Studium zu finanzieren) im Gegensatz zum Kredit, der zur Finanzierung der Produktion (etwa zur Schweinezucht) dient. In der Sprache der Finanzjournalisten oftmals im Unterschied zum Kredit eher eine längerfristige Ausleihung. Siehe Aktivgeschäft, Annuitätsdarlehn, Arbeitsgeber-Darlehn, Bankkredit, Borgkraft, Buy-and-hold-Praktik, Eilkredit, Gelddarlehn, Investitionskredit, Konditionen-Spreizung, Kredit, Kreditlinie, Leasinggeschäft, Minderschätzung künftiger Bedürfnisse, Schwundgeld, Term Loan, Unfruchtbarkeits-Theorie, Verbriefung, Verzinsung, Vorlage, Wucher, Zinslastquote, Zins(satz).

Vgl. die einzelnen Posten im Sinne der Definition im Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Monetäre Entwicklungen, Banken und Investmentfonds“, Unterrubrik „Kredite der MFIs, Aufschlüsselung“ des jeweiligen Monatsberichts der EZB; Monatsbericht der EZB vom April 2007, S. 18 ff. (detaillierte Informationen zur Entwicklung der Darlehn seit 2004), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2009, S. 58 ff. (Darlehn im Eurogebiet seit 2004, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Merkmalen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Darlehn, widerrufenes (revoked loan): Eine Bank ist berechtigt, die Auszahlung eines zugesagtes Darlehn zu verweigern, wenn Umstände bekannt wurden, welche eine Rückzahlung seitens des Darlehnsnehmers als gefährdet erscheinen lassen; siehe § 610 BGB. In den formularmässigen Kreditbedingungen (within standard terms and conditions of credit accomodation) behalten sich Banken dieses Recht auch in der Regel ausdrücklich vor. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Darlehnforderungs-Verkauf (loan factoring): Banken als Darlehnsgeber können nach deutschem Recht grundsätzlich ihre Forderungen verkaufen. Auch aufsichtsrechtlich ist gegen eine Veräusserung der Forderungen nichts einzuwenden. Siehe Kredit, nichtabtretbarer, Verbriefung. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 195 (Beschwerden gegen entsprechende Transaktionen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Darlehnhaftung, beschränkte (non recourse loan): Ein Kreditnehmer (etwa ein Bauherr) steht nur mit der zweckgebundenen Sicherheit (hier: das Haus) für das Darlehn ein, nicht jedoch darüber hinaus mit seinem Vermögen. Diese in einigen Ländern geltende Beschränkung bietet nachweislich Anreize zur leichtsinnigen Kreditaufnahme. Siehe Besicherung, Subprime-Krise. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Daueremission (permanent issue, tap issue): Begebung von Wertpapieren nach einem im voraus bekannt gegebenen Zeitplan. Besonders bei staatlichen Emissionen im Zuge der Schuldenaufnahme ist dieses Verfahren verbreitet. In Deutschland bei Bundesschatz briefen, Bundesobligationen und Finanzierungsschätzen üblich und auch von Privatanlegern gern nachgefragt, weil man die jeweils ausgegebenen Papiere ohne Nebenkosten über die Hausbank erwerben kann. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland sind herkömmlicherweise Begeber von dauernd oder wiederholt angebotenen Papieren. Siehe Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, Bundeswertpapierverwaltung, Crowding-out, Daueremittenten-Privileg, Emissionskalender, Fiscal Drag, Staatschuld, Tap, Verschuldungsquote, öffentliche, Zinsswap. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dax: Deutscher Aktienindex, enthaltend um die dreissig Blue Chips, die jedoch gesamthaft etwa siebzig Prozent der deutschen Börsenkapitalisierung widerspiegeln. Der Index wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und hat sich sehr rasch zu dem deutschen Börsen-Barometer schlechthin entwickelt. Damit die Werte möglichst genau die deutsche Wirtschaft widerspiegeln, werden die in den Index einbezogenen Aktien regelmässig auf ihre Berechtigung und Gewichtung im Index überprüft.

Derzeit gilt die sog. 35/35-Regel. Danach kann ein Titel nur dann in den Dax aufgenommen werden, wenn er sowohl hinsichtlich des Bösenumsatzes als auch des Free Float mindestens Platz 35 belegt. Siehe Tubos, Wertpapiere, qualifizierte. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2005, S. 66, S. 70 ff. (Volatilität des Dax), Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 67 ff. (Strukturelle Veränderungen am Aktienmarkt und Konsolidierung der Börsen; ausführliche Darstellung). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dax-Future Option oft nur Dax-Future (so auch im Deutschen gesagt): Ein Optionsvertrag, der sich auf einen bestimmten Indexstand des Dax bezieht. Siehe Bonus-Zertifikat, Kerviel-Skandal, Option. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Day Trading (so auch im Deutschen; seltener auch Tageshandel und Tagesgeschäft): Form des Wertpapierhandels, bei der Positionen innert eines Handelstages eingegangen und im Regelfall gleichentags oder in bis zu fünf Tagen (Innergame-Swing-Verfahren) wieder geschlossen werden. Ziel des Day-Traders ist es, Kursänderungen zur Gewinnerzielung zu nutzen. Anbieter des Day Trading (Banken oder sogenannte Centres) stellen die hierfür erforderlichen technischen Handelsmöglichkeiten zur Verfügung, z. B. Echtzeit-Handel oder elektronisches Order-Routing.

Entsprechende Aufträge gehen dadurch ohne nennenswerte zeitliche Verzögerung an die Börse. In Deutschland verlangt die Aufsichtsbehörde eine besondere Aufklärungspflicht der Kunden durch den Day-Trader. Siehe Bid-ask-Spread, Börsenhändler, individueller, Chase Winners, Devisenhandel, computerisierter, Fixed Income Arbitrage, Handelsbuchinstitut, Order, tagesgültige, Pips. Vgl. Jahresbericht 2001 des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel, S. 9 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Debitkarte (debit card): Beim Bezug von Bargeld (an einem Automaten) wird der abgerufene Betrag sofort dem Konto belastet (pay-now-Prinzip). Im Vergleich zu Kreditkarten sind Debitkarten mit niedrigeren Gebühren für den Karteninhaber und für den Händler verbunden. Siehe Chipkarte, Counterfeit Card, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldkarte, Kreditkarte, Ticketing, elektronisches. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 94 ff. (Darstellung der elektronischen Bezahlverfahren, Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Debitorenlaufzeit (days sales outstanding): Kennzahl, welche das von den Kunden im Durchschnitt in Anspruch genommene Zahlungsziel wiedergibt. Sie errechnet sich genauer aus den Forderungen aus Lieferung und Leistung mal 365 geteilt durch die Erlöse. – Mit der so gewonnenen Messziffer sollte man immer mit einigem Bedacht umgehen. Denn es sind neben anderem vor allem die jeweiligen (branchenüblichen) Zahlungsgewohnheiten zu beachten. Siehe Kreditorenlaufzeit, Working Capital. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.


Dedicated Short Bias (so auch im Deutschen gesagt): Ein Investor (in der Regel ein Hedge-Fonds) leiht sich von Brokern Papiere (im engeren Sinne: Aktien oder Aktien-Optionen), die er als überbewertet einstuft. Er verkauft diese sogleich am Markt, in der Hoffnung, sich zu einem späteren Zeitpunkt billiger eindecken und den Verleiher beliefern zu können. Auch wenn allfällige Kaufpositionen als Gegengewicht eingegangen werden, so bleibt das Portfolio netto doch auf fallende Kurse (auf Short) ausgerichtet. Siehe Future, Hedge-Fonds-Strategien, Long-Position, Option, Position, ungedeckte, Short-Position, Spekulation.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Defeasance (so auch im Deutschen gesagt): Allgemein eine Finanzierungstechnik, bei der ein Betrag an Bargeld oder von (erstklassigen) Papieren hinterlegt wird, aus dem der Gläubiger die Zinsen aus dem gewährten Darlehn entnehmen kann (the borrower deposits a portfolio of assets to a creditor. The portfolio of assets is designed to meet interest payments and repay the principal of the debt. By this, the assets are risk-free assets or low risk). Entsprechende Verträge können auch zwischen einer Bank und einer von ihr eingerichteten Zweckgesellschaft abgeschlossen werden. Im Zuge der Subprime-Krise geriet diese Finanzierungsform stark in Verruf.

Denn viele der hinterlegten und von Rating-Agenturen als erstklassig eingestuften Titel erwiesen sich plötzlich als wertlos. Aber auch die gewährten Darlehn konnten jetzt nicht zurückgefordert werden, weil die Kreditnehmer, vor allem Zweckgesellschaften und Fonds, das Geld zum Kauf von Papieren ausgegeben hatten, die gleichfalls auf den Wert null sanken: das Geld war nämlich auf dem Weg der Entkapitalisierung weithin in den Luxuskonsum geflossen. Siehe Credit Enhancement, Darlehn-gegen-Papiere-Geschäft, Diamond-These, Erstverlust-Tranche, Kreditderivate, Originate-to-distribute-Strategie, Originator, Pool, Reintermediation, Repackaging, Rückschlag-Effekt, True-Sale-Verbriefung, Unterseeboot-Effekt, Verbriefung, Verbriefung, traditionelle. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Deflation (deflation): Ein nachhaltiger Rückgang im Preisniveau (wenn nicht anders angegeben: gemessen am Index der Konsumentenpreise) über einen gewissen Zeitraum, wobei in der Regel zwei Vierteljahre zugrundegelegt werden, der sich in den Erwartungen verfestigt und zu einem anhaltenden Rückgang in der Wirtschaftstätigkeit gesamthaft führen kann. Ein vorübergehender Rückgang der Preise oder auch ein Sinken der Aktienkurse ist mithin keine Deflation, wiewohl dies häufig in den Medien so bezeichnet wird. Gefährlich sind fallende Preise, wenn gleichzeitig die Nominallöhne starr bleiben. Denn dann geht ein Preisverfall zu Lasten der Gewinne und damit der Investitionen, was zwangsläufig zu einem starken Rückgang der Beschäftigung führt. Siehe Deflation, gute, Deflation, schlechte, Deflation, hässliche, Deflations-Spirale, Geldwertstabilität, Inflation. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2003, S. 16 ff. (Erläuterungen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depo-Repo-Spread auch EURIBOR-Eurepo-Spread (so auch im Deutschen): Der Unterschied im Zinssatz zwischen einer unbesicherten Geldanlage (EURIBOR) und einer besicherten (Eurepo) am Interbankenmarkt. In der Regel wird die entsprechende Abweichung in Basispunkten angegeben und bezieht sich auf Dreimonatsgeld. Der Spread ist ein Mass für Unsicherheit und Vertrauen/Misstrauen am (europäischen) Geldmarkt. Während der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise stieg die Abweichung beider Zinssätze von zuvor durchschnittlich sieben Basispunkten auf bis zu einhundertachtzig Basispunkten an. Siehe TED-Spread. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2010, S. 71 ff. (Euro-Repomärkte in der Finanzkrise; viele Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depot (depot): Aufbewahrungsort von wertvollen Gegenständen; im besonderen ein Bankschliessfach (vault), in älteren Dokumenten auch Depositorium genannt; siehe §§ 688 ff. BGB. Das von einer Bank geführte Wertpapier-Konto für einen Kunden, manchmal auch auf die Konten gesamthaft bezogen. In Deutschland zählte man anfangs 2010 an die vierunddreissig Millionen Depots. Abteilung einer Bank, die mit dem Verwahren von Gegenständen allgemein und von Wertpapieren im besonderen befasst ist. Andere Bezeichnung für Portefeuille. Siehe Aberdepot, Depotbank, Depotgeschäft, Depotgesetz, Verwahrstelle, Zentralverwahrer, Zwischenverwahrung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 1995, S. 57 ff. (Depotbesitz in Deutschland; Übersicht). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depotbank (custodian): Eine Einrichtung, die Wertpapiere und andere Finanzinstrumente im Auftrag Dritter verwahrt und verwaltet. Entsprechende Unternehmen gelten als Kreditinstitute nach § 1 KWG. Sie bedürfen daher in Deutschland einer Erlaubnis und unterliegen der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Grundsätzlich kann gemäss § 20 Abs. 1 und 2 InvG als Depotbank nur ein Kreditinstitut mit Sitz im Inland, das zum Einlagen- und Depotgeschäft zugelassen ist, oder eine Filiale eines Instituts im Sinne des § 53b Abs. 1 KWG beauftragt werden.

Daneben kommt jedoch als Depotbank auch eine Zweigniederlassung eines Kreditinstituts im Sinne des § 53 oder des § 53c KWG in Betracht, falls die Anteile des Investmentvermögens nicht nach §§ 128 und 129 InvG in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder in einem anderen Vertragsstaat des EWR vertrieben werden dürfen. Im einzelnen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein ausführlich gestaltetes Merkblatt über die Aufgaben und Pflichten der Depotbank nach den §§ 20 ff. InvG herausgegeben. Siehe Aberdepot, Auslagerung, Back-off-Bereich, Depot, Outsourcing-Risiken, Vermögensverwalter, Zwischenverwahrer. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 176 (Rundschreiben der BaFin klärt wichtige offene Fragen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depotgeschäft (safe custody business): Gemäss Definition in § 1, Abs. 1, Satz 2 №. 5 KWG die Verwahrung und die Verwaltung von Wertpapieren für andere. Die beiden Tatbestandsmerkmale Verwahrung und Verwaltung stehen wahlweise zueinander; jede Geschäftsart begründet für sich allein das Depotgeschäft im Sinne des KWG: Wer Wertpapiere im Sinne dieser Bestimmung verwahrt, betreibt das Depotgeschäft, auch wenn er diese Wertpapiere nicht verwaltet; und wer Wertpapiere im Sinne dieser Bestimmung verwaltet, betreibt das Depotgeschäft, auch wenn er diese Wertpapiere nicht verwahrt. Verwahrung ist die Gewährung von Raum und Übernahme der Obhut. Die blosse Raumgewährung ohne Obhut ist Raummiete oder Raumleihe, nicht Depotgeschäft.


Verwaltung ist im weitesten Sinne das laufende Wahrnehmen der Rechte aus dem Wertpapier. Sie umfasst insbesondere die Inkassotätigkeit (wie die Trennung der fälligen Zins- und Gewinnanteilscheine, die Einziehung ihres Gegenwertes, die Anforderung neuer Zins- und Gewinnanteilscheinbogen und die Ausübung von Bezugsrechten sowie die Einziehung des Gegenwerts bei Fälligkeit), Benachrichtigungs- und Prüfungspflichten und bei entsprechender schriftlicher Bevollmächtigung auch die Ausübung des Auftragsstimmrechts und die Einziehung des Gegenwerts bei Fälligkeit. Siehe Aberdepot, Auslagerung, Back-off-Bereich, Depot, Outsourcing-Risiken, Vermögensverwalter, Wertpapier-Nebendienstleis­tungen, Zwischenverwahrer. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depotgesetz (safe custody act): In Deutschland rechtliche Grundlage für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Das Gesetz dient dem Schutz der Wertpapiereigentümer, die ihre Wertpapiere hinterlegen bzw. auch elektronisch verwalten lassen. Die Bestimmungen des Depotgesetzes gelten auch für die Schuldbuchforderungen. Siehe Aberdepot, Dematerialisierung, Depotgeschäft, Depotunterschlagung, Verwahrstelle, Zentralverwahrer, Zwischenverwahrer. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 169 (Verstösse gegen das Depotgesetz bei Sonderprüfungen aufgedeckt). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depotkonto (safe custody account): Von der Zentralbank verwaltetes Wertpapierdepot, in dem Kreditinstitute jene Wertpapiere hinterlegen können, welche der Besicherung von Zentralbank-Operationen dienen. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Depotstelle (depositary): Einrichtung mit der Aufgabe, Wertpapiere entweder in Papierform zu lagern oder elektronisch aufzuzeichnen und über das Eigentum an den Wertpapieren Buch zu führen. Siehe Dematerialisierung, Depot, Immobilisierung, Verwahrstelle. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Derivat (derivative): Nach IAS (39.9) ein Finanzinstrument oder ein anderer Vertrag, der aller der drei folgenden Merkmale enthält: der Wert des Vertrages ändert sich durch die Veränderung eines bestimmten Warenpreises oder einer anderen Variable (underlying), der Vertrag erfordert keine Anfangszahlung oder eine Anfangszahlung, die geringer ist als die Anfangszahlung für andere Verträge, die ähnlich auf die Änderung von Marktfaktoren reagieren sowie der Vertrag wird in Zukunft erfüllt.

Das zugrunde liegende Vertragsobjekt wird Basiswert oder Bezugsbasis (underlying [asset]) genannt. Der Grund für die grosse Anziehungskraft von Derivaten liegt darin, dass der Anleger mit wesentlich geringerem Kapitaleinsatz als beim Kauf oder Verkauf der Basiswerte spekuliert. Entscheidet er sich für ein Derivat, so kann er mit einem vergleichsweise kleinen (Kapital)-Aufwand einen relativ grossen (Kapital)-Ertrag erzielen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Hebelwirkung. Derivate vervollständigen die Finanzmärkte, indem sie Risiko-Faktoren handelbar machen. Andererseits machen es Derivate den Zentralbanken immer schwieriger, die Geldmenge genau zu erfassen.

Zwischen 1997 und 2006 verzehnfachte sich der globale Derivatemarkt. Im Zuge der Subprime-Krise brach der Derivate-Markt jedoch ein, weil viele dieser Papiere hinsichtlich ihres Risikogehalts kaum mehr durchschaubar waren. Das führte von selbst dazu, dass neu ausgegebene Derivate durchsichtiger gestaltet werden mussten, um überhaupt noch neue Käufer zu finden. Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente und der Durchführungsrichtlinie der Kommission (Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz [FRUG]) vom 16. Juli 2007 definiert:

„Derivate im Sinne dieses Gesetzes sind 1. als Kauf, Tausch oder anderweitig ausgestaltete Festgeschäfte oder Optionsgeschäfte, die zeitlich verzögert zu erfüllen sind und deren Wert sich unmittelbar oder mittelbar vom Preis oder Mass eines Basiswertes ableitet (Termingeschäfte) mit Bezug auf die folgenden Basiswerte: a) Wertpapiere oder Geldmarktinstrumente, b) Devisen oder Rechnungseinheiten, c) Zinssätze oder andere Erträge, d) Indices der Basiswerte der Buchstaben a, b oder c, andere Finanzindices oder Finanzmessgrössen oder e) Derivate;

2. Termingeschäfte mit Bezug auf Waren, Frachtsätze, Emissionsberechtigungen, Klima- oder andere physikalische Variablen, Inflationsraten oder andere volkswirtschaftliche Variablen oder sonstige Vermögenswerte, Indices oder Messwerte als Basiswerte, sofern sie a) durch Barausgleich zu erfüllen sind oder einer Vertragspartei das Recht geben, einen Barausgleich zu verlangen, ohne dass dieses Recht durch Ausfall oder ein anderes Beendigungsereignis begründet ist, b) auf einem organisierten Markt oder in einem multilateralen Handelssystem geschlossen werden oder c) nach Massgabe des Artikels 38 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1287/2006 der Kommission vom 10. August 2006 zur Durchführung der Richtlinie 2004/39/EG des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Aufzeichnungspflichten für Wertpapierfirmen, die Meldung von Geschäften, die Markttransparenz, die Zulassung von Finanzinstrumenten zum Handel und bestimmte Begriffe im Sinne dieser Richtlinie (ABl. EU Nr. L241 S. 1) Merkmale anderer Derivate aufweisen und nichtkommerziellen Zwecken dienen und nicht die Voraussetzungen des Artikels 38 Abs. 4 dieser Verordnung gegeben sind, und sofern sie keine Kassageschäfte im Sinne des Artikels 38 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1287/2006 sind;

3. finanzielle Differenzgeschäfte; 4. als Kauf, Tausch oder anderweitig ausgestaltete Festgeschäfte oder Optionsgeschäfte, die zeitlich verzögert zu erfüllen sind und dem Transfer von Kreditrisiken dienen (Kreditderivate); 5. Termingeschäfte mit Bezug auf die in Artikel 39 der Verordnung (EG) Nr. 1287/2006 genannten Basiswerte, sofern sie die Bedingungen der Nummer 2 erfüllen.“

Siehe Abwicklungsabteilung, Aktien-Zertifikat, Basiswert, Call, Cap, Chooser Cap, Contingent Swap, Denominierung, Derivategeschäfte, bilaterale, Derivate-Kodex, Finanzarchitektur, Finanzinstrumente, Geldmenge, IAS 39, Indexanleihe, Kreditderivate, Rohstoff-Terminvertrag, Zertifikat, Zinsoption, Zinsswap. Vgl. auch § 2, Abs. 2 WpHG sowie die Definitionen und Einteilungen im Monatsbericht der EZB vom Mai 2000, S. 42, Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 177 (Derivateverordnung [DerivateV] vom Februar 2004; hier auch verfeinerte Risikomessung vorgeschrieben), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 17 (pflichtige Abwicklung von ausserbörslichen Derivategeschäften über zentrale Gegenparteien), S. 42 (OTC-Derivate, S. 112 (Bilanzierungsvorschriften), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2005, S. 39 (sehr lange Laufzeiten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2006, S. 55 ff. (ausführliche Darstellung mit Übersichten, mit einem Schwerpunkt auch auf den Einfluss von Derivaten auf die Stabilität des Finanzsystems). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Derivate-Informationspflicht (derivate information requirement): In Deutschland Vorschrift zu Risikohinweisen im Derivatgeschäft. Im einzelnen müssen Informationen über den Basiswert, die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Funktionsweise der Produkte (vor allem die Bedeutung der Laufzeit für das Aufgeld, der Ausübungsart, der Hebelwirkung, der Liquidität und Volatilität des Marktes und gegebenenfalls des Stillhalterrisikos), den Ertrag, das Kursrisiko, das Währungsrisiko und das Bonitätsrisiko zur Verfügung gestellt werden.

Die Aufklärungspflicht wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht durch entsprechende Richtlinien im einzelnen erläutert und überwacht. Die Kunden begegnen entsprechenden Belehrungen gegenüber oftmals verärgert und unterschreiben schriftliche Vorlagen ohne weiteres an der „markierten Stelle“ – Siehe Anleger – Informationspflicht, Aufklärungspflicht, Derivate-Kodex, Derivateverordnung, IAS 39, Informationspflicht, Risikobericht, Risikoüberwachung, gegliederte. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 146 (Anzeigepflichten für Fonds nach der Derivateverordnung). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Deutsche Börse AG (DBAG) (German stock exchange): Im Jahr 1992 gegründetes privatwirtschaftliches Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main. Zur Deutschen Börse AG gehören unter anderem auch die Deutsche Börse Clearing AG, Deutsche Börse Systems AG, Fördergesellschaft für Börsen und Finanzmärkte in Mittel- und Osteuropa mbH (FBF), European Exchange (Eurex) und Frankfurter Wertpapierbörse (FWB).

Im Januar 2005 unterbreitete die Deutsche Börse AG den Aktionären der London Stock Exchange ein Übernahme-Angebot nach englischem Recht. Dies löste heftigen Widerstand aus und führte auch zu einem Ermittlungsverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gegen mehrere Kapitalanlagegesellschaften, deren Manager sich offenbar (gegen die Übernahme) abgesprochen hatten. Siehe Euronext. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 177 f. (Ermittlungen der BaFin wegen unerlaubter Absprachen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Deutsche Bundesbank (German Federal Bank): Als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der Europäischen Währungsunion 1999 Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Sie wirkt an der Erfüllung seiner Aufgaben mit dem vorrangigen Ziel mit, die Preisstabilität zu gewährleisten, sorgt für die bankmässige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland und trägt zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei. Die Bundesbank unterhält in den Bundesländern derzeit (Jahresanfang 2010) neun Hauptverwaltungen.

In Frankfurt betreibt sie auch ein Volkswirtschaftliches Forschungszentrum, dessen Arbeitsbereich Ökonometrie mit Vorausschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland befasst ist. Siehe Bank Deutscher Länder, Internationales Forschungsforum zur Geldpolitik. Vgl. Geschäftsbericht 2003 der Deutschen Bundesbank, S. 171 ff., Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 119 f. (Tätigkeit des Forschungszentrums), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 135 f (internationale Vernetzung) sowie den jeweiligen Geschäftsbericht, Abschnitt „Sonstige Aktivitäten“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Deutsche Industriekreditbank, IKB (German industrial credit bank): Tochter der (staatlichen) Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW (Reconstruction Loan Corporation), die durch waghalsige Engagements im Zuge der Subprime-Krise Ende Juli 2007 ins Strudeln geriet. Die KfW übertrug daraufhin ihre Beteiligung an den US-Finanzinvestor Lone Star. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 121 (Chronik; Garantierahmen durch den SoFFin), S. 183 ff. (Gründe für die Sanierungsbefreiung seitens der BaFin für Lone Star). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Deutsche Terminbörse, DTB (German futures exchange): Deutsche Computerbörse, die 1998 in die Eurex aufging. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisen (foreign exchanges): Heimisches Geld in den Händen von Gebietsfremden bzw. ausländisches Geld im Besitz von Gebietsansässigen. Devisen können nicht nur in Form von Bargeld (dann banksprachlich: Sorten) bestehen, sondern als Forderungen in Fremdwährung, Guthaben bei ausländischen Banken, Schecks, Überweisungen und Wechseln. Siehe Abschlag, Bardevisen, Denominierung, Devisenmarkt, Zahlungsmitteläquivalente. Vgl. den Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Monetäre Statistik“, Unterrubrik „Konsolidierter Ausweis des Eurosystems“ im jeweiligen Monatsbericht der EZB zu den Fremwährungs-Forderungen. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenbank (foreign exchange licensed bank): Wenn nicht anders definiert, so versteht man darunter ein Institut, das bei vorherrschender Devisenzwangswirtschaft zum Handeln mit ausländischen Zahlungsmitteln zugelassen ist. In Deutschland bedurfte es (nach dem Gesetz vom 8. Mai 1923) dazu für Privatbanken einer Konzession durch das Handelsministerium.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenbelastung (burden on the foreign exchange position): Fachausdruck (technical term) aus der Devisenzwangswirtschaft zur Bezeichnung der Höhe aufzuwendender (knapper) Devisen für eine beantragte Einfuhr von Waren oder anderer mit einem Devisenabfluss (foreign exchange expenditure) verbundener Aktivitäten, wie etwa einer Reise ins Devisenausland. Siehe Gegenseitigkeitsgeschäft. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenbilanz (balance of foreign exchange payments): Gegenüberstellung der vorhandenen sowie der zu erwartenden Devisen einerseits und der von der Devisenbehörde zugesagten und daher zu leistenden Devisenausgaben andererseits. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenhandel (foreign exchange dealings, foreign exchange trading): Wenn nicht ausdrücklich anders abgegrenzt, die von Banken getätigten Geschäfte auf dem Devisenmarkt. Der Devisenhandel zeichnet sich (heute) dadurch aus, dass Umsätze rund um die Uhr (round the clock) über die Welt gesamthaft (around the world) stattfinden; die Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern vollzieht sich dabei über Fernmeldesysteme und Computer. Das hat zur Folge, dass für die Devisenkurse (anders als etwa bei den Kursen von Aktien an der Börse) keine einheitlichen Marktpreise festgestellt werden können. Auch für die Marktteilnehmer selbst bleibt das Handelsgeschehen weithin undurchschaubar.


Bis anhin gibt es auch keine Pflicht zur Offenlegung für den Devisenhandel der Banken. Angaben über die Preisbildung, die Höhe der getätigten Umsätze und andere Informationen liegen daher nicht vor. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich führt daher weltweit (bisher im Dreijahres-Rhythmus) entsprechende Erhebungen durch. Das meistgetauschte Währungspaar im Jahre 2007 war EUR/USD. Am Devisenhandel gesamthaft hatte England (London ist der weltgrösste Devisen-Handelsplatz!) einen Anteil von 34,1 Prozent, die Schweiz 6,1 Prozent und Deutschland 2,5 Prozent; wobei zu beachten ist, dass viele deutsche und auch einige schweizerische Banken ihren Devisenhandel von Frankfurt bzw. Zürich nach London verlegt haben. Siehe Auftragsfluss, Devisenhandel, computerisierter, Devisenmarkt, Herstatt-Pleite, Marktmacher. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2008, S. 19 ff. (Devisenmarktumsätze nach verschiedenen Gesichtspunkten aufgeschlüsselt).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenhandel, computerisierter (computerised forex [= foreign exchange] trading): Geschäfte in ausländischen Zahlungsmitteln gesamthaft bzw. vor allem beim Währungspaar EUR/USD, die nur von entsprechend programmierten Computern ausgelöst werden. Diese suchen gleichzeitig fortlaufend alle Handelsplattformen (Devisenbörsen, Interbankenmarkt in Devisen, Over-The-Counter-Options) der ganzen Welt rund um die Uhr auf kleine Preisunterschiede (Ticks) hin ab. Gegebenenfalls lösen sie, im Takt von Bruchteilen von Sekunden, entsprechende Kauf- und Verkaufssignale aus, um aus den Kursunterschieden einen Gewinn zu erzielen. Siehe Day Trading, Sell-Plus-Order. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenkassageschäft (spot transaction in foreign exchanges): Die sofortige Abwicklung eines Tauschgeschäfts zwischen Partnern auf dem Devisenmarkt. Siehe Devisenbank, Devisenzwangswirtschaft. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenkurs (exchange rate): Der Marktpreis für ausländische Zahlungsmittel. Siehe Wechselkurs. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenmarkt (foreign exchange market): Allgemein das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln. Der sich bildende Preis heisst Devisenkurs oder Wechselkurs (exchange rate). Der Handel mit ausländischen Zahlungsmittel an der Börse und zwischen den Banken. Weltweit war nach der Erhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich im Jahr 2009 der EUR die am zweihäufigsten gehandelte Währung (nach dem USD). Siehe Devisenbank, Devisenhandel, computerisierter, Devisen-Swapgeschäft, Devisenzwangswirtschaft, Lagging, Münzcommis, Stützungskauf, Wechselkurs, Wirtschaftsregierung, europäische. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2008, S. 19 ff. (Aufschlüsslung der Umsätze; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenreserven (foreign exchange reserve): Wenn nicht anders definiert, so meint man heute damit die ausländischen Zahlungsmittel (in der Regel angelegt in zinstragenden Papieren der entsprechenden Denomination) im Besitz einer Zentralbank. Weltweit waren im Jahr 2009 knapp achtundzwanzig Prozent der Devisenreserven aller Zentralbanken in EUR angelegt. Im Falle der Devisenzwangswirtschaft spricht man eher von Devisendecke. Siehe Dollar-Crash, Währungsreserve.

Vgl. die Höhe der Reserven der EZB, untergliedert nach einzelnen Posten, im Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Aussenwirtschaft“ des jeweiligen Monatsberichts der EZB, Geschäftsbericht 2005 der Deutschen Bundesbank, S. 78 (weltweite Übersicht), Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 73 (weltweite Übersicht 1998 und 2004-2006), Geschäftsbericht 2007 der Deutschen Bundesbank, S. 77 (weltweite Übersicht weitergeführt) sowie den je weiligen Geschäftsbericht der Deutschen Bundesbank, Abschnitt „Wirtschaftliche und monetäre Entwicklung im Euro-Währungsgebiet“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisentermingeschäft (forward transaction in foreign exchanges): Abschluss und Ausführung eines Tauschgeschäfts auf dem Devisenmarkt liegen zeitlich auseinander. Die Partner einigen sich, zu dem heute festliegenden (in der Regel dreimonatigen) Terminpreis (forward rate) einen bestimmten Devisenbetrag zu kaufen (verkaufen). Der Terminpreis kann vom Tageskurs nach oben oder unten abweichen. Liegt der Terminpreis über dem Tageskurs (auch Kassakurs genannt), so spricht man von einem Report (Aufschlag; premium). Liegt der Terminpreis unter dem Tageskurs, so nennt man den Unterschied Deport (Abschlag; discount). Die Differenz zwischen Terminpreis und Tageskurs für Devisen, in Jahresprozenten berechnet, ist der Swapsatz. Siehe Currency Futures, Lagging, Success Rates, Swapgeschäft, Zinsdifferenz. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2005, S. 29 ff. (grundsätzliche, lehrbuchmässige Darstellung mit Formeln und Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenzuteilungsbestätigung (confirmed allocation of foreign exchange): Zusage der Devisenbehörde, eine beantragte Summe an ausländischen Zahlungsmitteln zu einem bestimmten Zeitpunkt und für den im Gesuch bezeichneten Zweck (für eine kommerzielle Einfuhr) bereitzustellen. Dabei muss beurteilt und entschieden werden, ob das vom Antragsteller bezeichnete Geschäft devisenpolitisch (from the foreign exchange point of view) opportun ist. Siehe Ausfuhrprämie, Belassungsquote, Devisendecke, Devisenvorleistung, Devisenzwangswirtschaft, Einfuhr, kommerzielle, Einfuhr- und Zahlungsbewilligung, Parallelitätsangebot. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Devisenzwangswirtschaft auch Devisenbewirtschaftung (foreign exchange control): Die Regelung des Zahlungsverkehrs in einen anderen Währungsraum oder aus diesem durch ein staatliches Organ (Devisenbehörde). Der freie Verkehr auf dem Devisenmarkt ist gleichzeitig verboten. Ziel der Bewirtschaftung ist es, Angebot und Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln aufeinander abzustimmen, um Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz auszuschliessen sowie die Einfuhr lebensnotwendiger Güter (essentials) gegenüber nicht-lebensnotwendiger Waren (non-essentials) sicherzustellen.

Zwangsläufig führt jede Devisenbewirtschaftung zu einer Kontingentierung der bezogenen sowie ausgeführten Güter und erfordert einen entsprechenden Überwachungsaufwand. Siehe Andienungspflicht, Ausfuhrprämie, Belassungsquote, Cross Rate, Debt-Equity-Swap Devisenbank, Devisendecke, Devisenfreibetragsverfahren, Devisenvergehen, Devisenzuteilungsbestätigung, Gegenseitigkeitsgeschäft, Kapital-Abschottung, Parallelitätsgebot, Währungsbehörde. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Differenzgeschäft (margin trading, contracts for difference, CFDs): Börsentermingeschäft, das nicht auf den Erwerb von Wertpapieren oder Waren gerichtet ist, sondern lediglich auf einen allfälligen Gewinn aus der Kursdifferenz; siehe die Definition in § 764 BGB. Entsprechende Geschäfte bilden daher die Bewegung zwischen Geldkurs und Briefkurs genau ab und bieten den Vorteil, dass mit einem Bruchteil an Kapital Indizes, Waren, Aktien oder Anleihen „auf Marge“ gehandelt werden. Der Anleger kann sowohl auf steigende Kurse setzen (long gehen) oder auf fallende Kurse spekulieren (short gehen).

Grundsätzlich sind die Laufzeiten der jeweiligen Positionen unbegrenzt; freilich verlangen die Broker ab einem bestimmten Verlust in der Regel einen Nachschuss. Ein entsprechend am Markt handelndes Wirtschaftssubjekt nennt die ältere Literatur mit dem englischen Wort Stockjobber oder mit dem französischen Ausdruck für eine solche Person auch Kulisseur, manchmal auch Agioteur. Siehe Agiotage, Commercials, Daytrading, Devisenhandel, computerisierter, Kulisse, Leerverkauf, Nachschuss-Aufforderung, Option, Rohstoff-Terminvertrag, Spekulation, Spread Bets. Vg. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 164 f. (aufgedeckte Geschäfte). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Direct Brokerage (so auch im Deutschen gesagt; seltener Direktmaklerei): Wertpapier-Dienstleistungen einer Direktbank. Eine Anlageberatung findet grundsätzlich nicht statt; die Titel können daher auch kostengünstiger (billiger) erworben werden. Siehe Direktbank, Internetbank, Online-Banking. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Direktbank (direct bank): Eine Bank, die ausschliesslich auf elektronischem Weg mit dem Kunden in Verbindung tritt. Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, gemischte, Bankensystem, Bezahlverfahren, innovative, Container-Banking, Direct Brokerage, Internetbank, Finanzinstitut, monetäres, Geldautomaten-Sperre, Institut, Kreditbanken, Markteintrittskosten, Multikanalbank, Online-Banking. Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Eintritt auch in den Bereich der klassischen Bankprodukte). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Diskontsatz (discount rate): Der bei der Berechnung des Diskonts für die Zeit von der Einreichung bis zur Fälligkeit des Wechsels geltende Zinssatz. Siehe Akzept, Rediskontieren. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Diskont-Zertifikat (discount certificate): Ein Zertifikat, bei dem der Anleger einen Basiswert zu einem Preis kauft, der unter dem Kurswert zum Zeitpunkt der Emission liegt; die Verträge haben dabei eine breite zeitliche Spanne mit einer Laufzeit von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren. Für den Anleger wirkt der Abschlag beim Erwerb des Zertifikats als Sicherheitspuffer. Denn ein allfälliger Verlust wird durch den günstigeren Kaufpreis ab gefedert.

Die Teilhabe am Kursgewinn des Basiswertes ist beim Diskont-Zertifikat freilich durch einen Cap begrenzt. Es gibt viele Varianten auch des Diskont-Zertifikats. Beliebt wurden Mehrfach-Diskont-Zertifikate mit zwei oder mehreren Aktien als Basiswert. Siehe Airbag-Zertifikat, Bonus-Zertifikat, Express-Zertifikat, Garantie-Zertifikat, Hebel-Zertifikat, Outperformance-Zertifikat, Partizipations-Zertifikat, Quanto, Sprint-Zertifikat, Twin-Win-Zertifikat, Zertifikat. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Diskretionskonten (discretionary accounts): Ein Kontoinhaber gibt seinem Börsenmakler die Vollmacht, Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu treffen und auszuführen, ohne ihn darüber im vorhinein verständigen zu müssen. Solche mit Vollmacht geführte Konten (auch „managed accounts“ genannt) sind sowohl an Finanzmärkten als auch an Warenmärkten nicht selten. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Diversifizierung (diversification): Allgemein die Ausrichtung der Geschäftstätigkeit auf verschiedenartige Produkte, Kunden, Regionen und Währungsräume mit den Hauptzielen, sich von Aufs und Abs auf Teilmärkten unabhängig zu machen, die Erträge, in heimischer Währung gerechnet, zu verstetigen (to make stable) und Risiken aller Art auszugleichen. Siehe Anlage-Diversifizierung, Branchenkonzentration, Finanzkonglomerat, Kreditderivate, Risiko, Risikotransformation, bankliche, Risikoübernahme-Grundregel. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dividende seltener auch Gewinnanteil (dividend): Die (jährliche) Ausschüttung in Bargeld an die Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft. Siehe Ausbeute. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dividende, inflationsabhängige (inflation-dependent dividend): Die Ausschüttung einer Aktiengesellschaft an die Aktionäre unter Berücksichtigung der tatsächlichen Inflation oder in Hinblick auf die Inflationserwartungsrate. Empirische Studien scheinen zu belegen, dass Unternehmen häufig bestrebt sind, allfällige Verluste infolge einer Inflation über die Kürzung der Dividende auszugleichen. Siehe Geldwertstabilität. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dividenden-Diskontierungsmodell (stock valuation model): Die Annahme, dass der aktuelle Aktienkurs eines Unternehmens von den erwarteten Dividenden-Ausschüt­tungen, diskontiert mit der von den Anlegern zugrundegelegten Rendite für das Halten der betreffen den Aktie (Eigenkapitalkosten: der risikofreie Zinssatz plus Aktien-Risikoprämie) bestimmt werde. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2008, S. 35 ff. (Berechnung der Eigenkapitalkosten anhand eines Modells; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.


Dividenden-Fonds (bonus fund; dividend equalisation fund): Das von einer Kapitalanlagegesellschaft aufgelegte und verwaltete Sondervermögen, das Aktien von Unternehmen mit bis anhin überdurchschnittlich hoher Dividendenzahlung und gleichzeitig auch günstigen Erwartungen enthält. In einer Aktiengesellschaft angesammeltes, besonders verwaltetes Vermögen mit dem Zweck, aus dessen Erträgen eine möglichst stetige Dividenden-Ausschüttung zu gewährleisten. In Jahren hoher Gewinne wird dieser Fonds durch Einzahlungen gespeist, in Perioden mit Ertragsrückgang stellt der Fonds die Zahlung der Dividende an die Aktionäre sicher. Siehe Kurspflege, Marktpflege, Verwässerung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dividendenrendite (dividend yield): Kennzahl, gebildet aus der Dividende je Aktie geteilt durch den aktuellen (Börsen)Kurs. Damit wird lediglich eine Aussage darüber getroffen, welchen Ertrag (Profitrate in der Terminologie der älteren Nationalökonomie) das von dem Anleger angelegte Kapital für dessen Portfolio brachte. Darüber hinausgehende Informationen kann diese Kennzahl freilich nicht enthalten, obgleich das sehr oft (auch in Lehrbüchern) behauptet wird. Wohl aber lässt sich die Dividendenrendite mit dem marktüblichen Zins vergleichen, den eine Anleihe bringt, und auf diese Weise lässt sich die Vorteilhaftigkeit der einen oder anderen Anlage (in etwa) vergleichen. Siehe Dividendenperle. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 25 (Dividendenrendite bei Dax-Werten seit 1991). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dividendenwerte (equity securities, equities): In der Statistik der EZB alle Eigentumsrechte an Kapitalgesellschaften. Hierzu zählen sowohl börsennotierte als auch nicht-börsen­notierte Aktien sowie sonstige Anteilsrechte. Sie erbringen in der Regel Erträge in Form von Dividenden. Im jeweiligen Monatesbericht der EZB (Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Finanzmärkte“) finden sich die Dividendenwerte ausgewiesen und nach verschiedenen Merkmalen aufgeschlüsselt. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dollar (dollar): Die Währungsbezeichnung der USA (ISO-Währungscode: USD) und anderer Staaten (wie etwa Australien, Bahrain, Hongkong, Jamaika, Kanada, Namibia oder Taiwan) hat, ebenso wie der Euro, offiziell keine Pluralbezeichnung. Dennoch findet sich sehr häufig auch die Schreibweise „Dollars“ für mehr als eine einzige Währungseinheit. Achtzugeben ist in jedem Fall bei Angeboten auf dem Finanzmarkt, die in der Währungsbezeichnung „Dollar“ ausgeschrieben sind. In vielen Fällen handelt es sich dabei nämlich nicht um den USD, sondern um den höchstens halb so kaufkräftigen BBD (Barbados-Dollar), wenn nicht sogar um den derzeit fast wertlosen GYD (Guayana-Dollar) oder ZWD (Simbabwe-Dollar). Siehe Euro, Finanzgeier, Petrodollar. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dollar-Vertrauen (Dollar confidence): Viele Anleger weltweit flüchten bis anhin in Krisenzeiten in den USD. Obwohl die (sich im Herbst 2008 zur globalen Finanzkrise ausgeweitete) Subprime-Krise von den USA ausging, und trotz der Tatsache, dass in den USA international tätige Banken zusammenbrachen (wie vor allem die Investmentbank Lehman Brothers) oder in teilweise schwere Schieflage gerieten, zogen die Anleger ihr Geld aus Schwellenländern und auch aus Europa ab und kauften US-Staatsanleihen. Im Gegensatz zu den Vorhersagen der meisten Finanzfachleute stieg daher der Kurs des EUR gegenüber dem USD in der Finanzkrise nicht an, sondern das Gegenteil trat ein. Offensichtlich ist das Vertrauen in das politische System der USA höher und die sich daran knüpfenden Erwartungen in die US-Volkswirtschaft besser als dies gegenüber allen anderen Staaten der Fall ist. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dollarparität (dollar parity): Die Tatsache, dass viele Länder der Erde den Wert ihrer eigenen Währungseinheit auf den USD beziehen und daran messen. Siehe Abwertung, Dollar, Dollarisierung. Vgl. zur Parität aller Währungen der Welt das vierteljährlich erscheinende Heft „Devisenkursstatistik“ der Deutschen Bundesbank (Statistisches Beiheft zum Monatsbericht 5).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Doppelwährung (double standard, bimetallism): Von einer Geldverfassung gesagt, in der sowohl Münzen aus Gold als auch aus Silber eingeführt sind, und bei der darüber hinaus zwischen den beiden Edelmetallen auch ein bestimmtes Wertverhältnis (die Wertrelation; value ratio) gesetzlich festgelegt ist. Fehlt bei gleichzeitiger Verwendung von Gold und Silber ein derartig gesetzlich vorgeschriebenes Wertverhältnis, so spricht man auch von einer Parallelwährung (parallel currency). Siehe Greshamsches Gesetz, Währung, Zahlungsmittel. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dow-Jones-Average: Seit 1897 wichtiger Konjunkturbarometer in den USA. Der Index gründet sich auf eine Auswahl von Aktienkursen führender Unternehmen, die am Big Board (an der Börse von Neuyork) gehandelt werden. Siehe Aktienindex. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dresdner Bank (Dresdner Bank): Im Januar 2009 von der Commerzbank AG übernommene deutsche Grossbank. Genau 137 Jahre nach ihrer Gründung hatte das Institut seine Existenz im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Alle Rücklagen waren aufgezehrt; die Kernkapitalquote schwand auf den gerade noch zulässigen, aber nicht annähernd ausreichenden Stand von 4 Prozent. Der Alleinaktionär, die Allianz Versicherung AG mit Hauptsitz in München, musste Milliarden EUR in die Bank pumpen. Zu lange liess die Allianz die Investmentbanker der Dresdner Bank gewähren, bis sich immer neue Milliardenverluste türmten.

Auch gilt die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz als Muster einer missglückten Zusammenführung (failed merger). Statt eines „Allfinanzdienstleisters“ liefen die beiden Teile nebeneinander her. Schliesslich stand der Steuerzahler für den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank gerade, indem die nun grösser gewordene Commerzbank mit 18 Mrd Euro gestützt werden musste, nachdem sich bei der Dresdner Bank immer neue, vorher nicht bekannte Milliardenverluste auftürmten (piled up). Siehe Bankenfusionsjahr, deutsches. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Dual Trading (so auch im Deutschen gesagt): Eine Aktie, bereits an einer Börse gehandelt, wird an einer weiteren Börse eingeführt. Die Entscheidung darüber geschieht in der Regel ohne Mitwirkung des betroffenen Unternehmens seitens der zuständigen Organe einer Börse. Die Absicht dabei ist, Aktien einer bestimmten Branche zu bündeln. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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