Identitätsprüfungspflicht (identification control instruction): In Deutschland aufsichts-rechtliche Pflicht der Wertpapier-Dienstleistungs-Unternehmen, vor Durchführung eines Auftrags die Identität des Auftraggebers zu überprüfen und aufzuzeichnen. Auch Banken müssen bei Kontoeröffnung nach § 25a KWG die Identität des Antragstellers prüfen und dokumentieren. Dies wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht durch entsprechende Richtlinien in den Einzelheiten vorgeschrieben und überwacht.

Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankauskunft, Geldwäsche, Hawala, Konto, anonymes, Konto-Offenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee, Zahlungsverkehrsverordnung. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 80 f. („Know Your Customer-Risikomanagement“), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 235 (Identitätsprüfung im Zuge geldwäscherechtlicher Anforderungen) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Querschnittsaufgaben“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Im Geld (in the money): Eine Option (als Kaufoption oder Verkaufsoption) ist „im Geld“, wenn der Preis des Basiswertes am Kassamarkt über bzw. unter dem Ausübungspreis liegt. Bei dieser Preislage kann der Inhaber einer Kaufoption (Verkaufsoption) den Basiswert vom Schreiber der Option zum Ausübungspreis beziehen (abgeben) und zum aktuellen Kurs am Kassamarkt wieder verkaufen (kaufen). Er erzielt damit einen Gewinn. Ist eine Option „tief im Geld“ (deep in the money), so liegt der Preis des Basiswertes sehr weit unter dem Ausübungspreis (the strike price is far below the current price of the asset to which the option is reference; its chances of being exercised by the holder of the option are therefore very high). Siehe Aus dem Geld
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Indexgeld (index money): Die vertragliche Bindung von längerfristigen (at medium and long term) Geldforderungen an einen Preisindex zum Zwecke der Wertsicherung. Denn bei der Verwendung des Geldes als Kreditübertragungsmittel entstehen dem Gläubiger bei Geldwertverschlechterung Verluste. Die Rechtsordnung verbietet in der Regel solche Verträge, weil sie zu einer Funktionsspaltung des gesetzlichen Zahlungsmittels führen. Es würde zwar noch als Recheneinheit und Zwischentauschmittel verwendet, aber nicht mehr als Wertspeicher. Um sich gegen Wertminderungen zu schützen, bleibt aber vor allem das Mittel der Zinsgleitklauseln (sliding-scale interests). Hier kann und darf man die Höhe des zu zahlenden Zinses an die Inflationsrate binden. Siehe Anlagesubstitution, Anleihe, indexgebundene, Emission, indexierte, Euro-Notes, Futures, Geldwertstabilität, Goldpreis, Hafen, sicherer, Indexfonds, Menükosten, Swaps, inflationsindexierte. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Indexfloater (index floater, corridor bond, fairway bond): Wenn nicht anders definiert eine Anleihe, die dann nicht mehr verzinst wird, wenn der Zinssatz sich ausserhalb einer zuvor festgelegten Höhe bewegt (a bond which does not pay interest when the interest rate index to which it is referenced moves outside a specific range). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Index-Tracking (so auch im Deutschen gesagt): Die möglich genau Nachbildung eines Aktien-Potfolios an einem Aktienindex. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass durch jede andere Aktienauswahl kaum eine höhere Rendite erzielt werden kann, als wie diese im Indexstand zum Ausdruck kommt. Siehe Herdenverhalten, Indexfonds, Kurseinbruch, Performance. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 182 (Index Tracking bei Hedge-Fonds). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Index-Zertifikat (index certificate): Von Banken ausgegebene Schuldverschreibung, deren Wert sich aus einem Basiswert (Underlying; so auch im Deutschen gesagt) bestimmt. Als Underlying dienen neben Aktienindizes auch Branchenindizes, Indexkörbe und andere Finanzprodukte. Daneben gibt es auch „exotische“ Formen mit teilweise sehr komplizierten Gestaltungen. Die Emission eines solchen Zertifikats ist verhältnismässig einfach und unterliegt nicht den strengen Bestimmungen, wie diese bei einem Investmentfonds gelten.

Der Erwerber eines gewöhnlichen (also nicht „exotischen“) Index-Zertifikats profitiert von den niedrigen Transaktionskosten, der vergleichsweise guten Transparenz, der hohen Liquidität, der Risikostreuung und dem geringen Mindestkapitaleinsatz. Im Deutschen werden Index-Zertifikate manchmal auch (was zu Verwechslungen führen kann!) Partizipationsscheine genannt. Siehe Call, Derivat, Express-Zertifikat, Kreditderivate Option, Zweitwert, Zertifikat. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2004, S. 34 (erklärende Übersicht). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation (inflation): Allgemein die Preissteigerungsrate einer Währung. Bei der EZB definiert als das mittelfristige Steigen der Preise nicht über 2 Prozent („an increase in the HICP of below but close to 2 percent over the medium term“). Damit ist eine messbare Grösse eingeführt; die EZB muss allfällige Überschreitungen genau begründen und aufzeigen, wann und wie sie auf diesen Wert wieder zurückkehrt, den Inflationserwartungen eine deutliche Grenze gesetzt und auch gesagt, dass seitens der EZB eine Deflation nicht hingenommen wird.

Freilich ist dieser Referenzwert kein Ziel, sondern eine Orientierungsgrösse. Siehe Ausrichtung, einzielige, Cost-Push-Inflation, Demand-Pull-Inflation, Demand-Shift-Inflation, Disinflation, Dividende, inflationsabhängige, Erdöl-Inflation, Fristentransformation, Geld, sittliches, Geldeingentumsrecht, Geldinondation, Geldmengen-Fetischismus, Geldnachfrage-Theorie, Geldpolitik, vorausschauende, Geldvertrauen, Goldglöckchen-Wirtschaft, Hypothekengewinnabgabe, Inflations-Ausgleich, Inflationsrisko, Kaufkraft, Kaufkraft-Abfluss, Kerninflation, Menükosten, Mundell-Tobin-Effekt, Nominalwertprinzip, Preisindex der Lebenshaltung, Qualitätsänderungen, Quantitätstheorie, Sparquote, Stagflation, Teuerung, Teuerungsdruck, sektoraler, Valorisationsklage, Warenhorte, Weginflationierung.

Vgl. zur Messung in Euroland Monatsbericht der EZB vom Oktober 1999, S. 39 sowie Jahresbericht 2003 der EZB, S. 16 ff. (grundsätzliche Darlegungen), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2004, S. 63 f. (Prognosen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2005, S. 18 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 28 ff. (Einzelheiten zur Berechnung), Monatsbericht der EZB vom Mai 2008, S. 51 ff. (Aufschlüsselung der Inflation nach Sektoren; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Januar 2009, S. 41 ff. (höhere Inflationsrate bei Dienstleistungen gegenüber Waren erklärt; Übersichten), ), Monatsbericht der EZB vom September 2009, S. 60 ff. (Zusammenhang zwischen Konjunkturphase und Inflation; Übersichten; Literatur), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 50 ff. (Steuern und Inflation), Monatsbericht der EZB vom Mai 2010, S. 111 ff. (Ursachen eines Inflationsschubs rückschauend aus der Zeit 1965 bis 1985; viele Übersichten und Literaturverweise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation, galoppierende (galloping inflation): Ein rasches und starkes Ansteigen der Preise (= Verlust des Geldwerts). Für ein Gut im Wert von 1 Denar im Römerreich des Jahres 301 hatte man im Jahr 400 bereits 6 600 000 (kein Schreibfehler!) Denare zu zahlen. Eine galoppierende Inflation beschleunigt sich leicht und führt dann zur Hochinflation, auch Hyperinflation genannt. So kostete der USD 1919 in Deutschland noch 7,25 Mark, im Frühjahr 1923 schon 4,2 Billionen Mark.

Anfangs 1923 war der Preis für 1 Liter Milch auf 2 000 Milliarden Mark gestiegen, das Porto für einen Brief kostete mehrere Millionen Mark; über siebzehnhundert Druckereien waren damit beschäftigt, neue Geldscheine für die Reichsbank herzustellen. Siehe Barfrankatur, Behelfsgeldschein, Ersatzmünzen, Geld, sittliches, Hochinflationsland, Kassenschein, Münzsystem, römisches, Notgeld, Talent. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsrate (inflation rate): Der Zuwachs an Geldwertverschlechterung (als erste Abteilung der Bewegung in der Zeit) innert eines bestimmten Zeitraums. Siehe Break-Even-Inflationsrate, Inflation, Inflationsrisko. Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2009, S. 13 (Inflationsrate in verschiedenen Staaten 2000–2008), Monatsbericht der EZB vom September 2009, S. 60 ff. (Zusammenhang zwischen Konjunkturphase und Inflationsrate; Übersichten; Literaturverweise), Jahresbericht 2009 der EZB, S. 95 (Inflationsrate in den EU-Staaten, die nicht Mitglied der Währungsunion sind). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflations-Steuer (tax by inflation): Die Tatsache, dass die Geldentwertung gleichsam wie eine Steuer wirkt, aber im Geheimen, unter der Hand; denn bei einer Steuer ist deren Höhe und Fälligkeit bekannt, und sie wird auch in demokratisch verfassten Staaten im parlamentarischen Entscheidungsprozess von Volksvertretern beschlossen; stark umverteilend; denn die unteren Einkommensgruppen sind besonders hart betroffen. Bezieher höherer Einkünfte können zumindest Teile ihres Geldes in wertstabile Anlagen (entsprechende Finanzprodukte im Inland und Ausland, Edelmetalle, Immobilien, Kunst) im Inland und Ausland umwandeln. Siehe Dividende, inflationsabhängige, Geld, ethisches, Geldeingentumsrecht, Steuerverzerrungs-Effekt, Valorisationsklage, Weginflationierung, Zwangssparen. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsrisko (inflation risk): Die Gefahr, dass ein Anleger infolge gestiegener Preise einen Teil seines eingesetzten Kapitals und schlimmstenfalls dieses ganz verliert (the risk that the investor will recover his investment with a depreciated currency: that he will receive a return below the inflation rate). Siehe Geldwert, Hyperinflation, Inflation, Inflationsbonds. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Informationspflicht (information requirements): Auf dem Finanzmarkt allgemein die gesetzlich vorgeschriebene oder durch Weisungen der Aufsichtsbehörde angeordnete Aufklärungspflicht des jeweiligen Anbieters. Darüber hinaus erkannte die Rechtsprechung auch eine sog. „spontane Informationspflicht“. Diese besteht vor allem darin, dass eine Bank bei sorgfältiger Aufmerksamkeit feststellen muss, dass eine bestimmte Gefahr seitens des Kunden nicht erkannt bzw. wahrgenommen wurde (Warnung). Bei Offerten über Fernkommunikationsmittel im besonderen auch die Bestimmungen, wie diese im einzelnen in der Informationspflichten-Verordnung (BGB-InfoVO) festgelegt sind. Hier sind in § 1, Abs. 2 BGB-InfoVO für Finanzdienstleister acht zusätzliche Informationspflichten vorgegeben.

In Deutschland haben gemäss § 24c KWG Banken sämtliche Kundenstamm- und Bewegungsdaten zum automatisierten Abruf bereitzuhalten. Nach der 2005 in Kraft getretenen Zinsinformationsverordnung (ZIV) sind Banken zudem verpflichtet, Kontrollmitteilungen über Zinseinkünfte an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Bonn zu erteilen. Siehe Anleger-Informationspflicht, Aufklärungspflicht, Authentifizierungsgebot, Derivate-Informationspflicht, Editionsgebot, Identitätsprüfungspflicht, Information, Informations-Überladung, Kontenoffenlegung, Kundendaten-Informationspflicht, Kürteil, Zahlungsverkehrsverordnung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inhaberschuldverschreibung (bearer bond, clean bond, bearer debenture): Eine Obligation, bei welcher der Inhaber der Urkunde nicht namentlich erwähnt ist (a bond for which physical possession of the certificate is proof of ownership; the issuer does not know the identity of the bondholder). Im Gegensatz dazu steht die Namensschuldverschreibung (registered bond: a bond for which the issuer keeps a record [register] of ownership; transfer of ownership must be notified and recorded in the register). Als Mischform gibt es das Namenspapier mit Inhaberklausel (registered share with owner clause); hierbei handelt es sich rechtlich um ein Orderpapier (order paper). Siehe Abzinsungspapier, Aktie, Anleihe, Bankschuldverschreibung, Duration, Finanzinstrument, Indossatar, Schuldtitel, Schuldverschreibung, Verlosung, Wandelanleihe. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Innertageskredit (intraday credit, daylight credit): Kreditgewährung mit einer Laufzeit von weniger als einem Geschäftstag. Die EZB gewährt zugelassenen Geschäftspartnern für Zwecke des Zahlungsverkehrs (und auf der Grundlage von Sicherheiten) grundsätzlich Innertageskredite. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Insider (insider): Allgemein gilt als Insider, wer über nicht allgemein bekanntes Wissen verfügt, das im Falle des öffentlichen Bekanntwerdens einen erheblichen Kauf- oder Verkaufsanreiz auf Anleger ausüben könnte. Primärinsider (primary insider) ist dabei, wer solches Wissen aufgrund seiner Aufgaben oder seiner Stellung im Unternehmen hat; Sekundärinsider (secondary insider) ist jeder, der auf sonstiger Weise von solchem Wissen erfährt.

Nach der Definition des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes (siehe § 13 WpHG) versteht man darunter alle Personen, die als Mitglied der Geschäftsleitung oder des Aufsichtsorgans oder eines mit dem Emittenten verbundenen Unternehmens, aufgrund ihrer Beteiligung am Kapital des Unternehmens oder eines mit dem Emittenten verbundenen Unternehmens oder aufgrund ihres Berufs, ihrer Tätigkeit oder ihrer Aufgabe (etwa: Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) Kenntnis von einer nicht öffentlich bekannten Tatsache haben, die sich im Falle des öffentlichen Bekanntwerdens auf den Kurs des entsprechenden Wertapiers erheblich auswirken kann. Siehe Beobachtungsliste, Insider-Meldepflicht, Insider-Transaktionen, Insider-Überwachung, Kundenberatung, Nominee, Steuerberater, System Securities Watch Application (SWAP), Wirtschaftsprüfer. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Insider-Meldepflicht (directors‘ dealings): Seit 2002 müssen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder börsennotierter Gesellschaften in Deutschland getätigte Geschäfte mit Wertpapieren der eigenen Gesellschaft ab einem Wert von 5 000 Euro im Kalenderjahr unverzüglich melden. Diese Pflicht besteht auch für Ehepartner, eingetragene Lebenspart ner, Verwandte ersten Grades (Kinder, Eltern) und juristische Personen, die unter dem bestimmenden Einfluss der entsprechenden Personen stehen. Rechtsgrundlage ist § 15a und § 15b WpHG.

Siehe Insider, Nominee. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 164 ff., Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 192 ff., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 173 f. (Neuregelungen aufgrund des Anlegerschutzverbesserungsgesetzes), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 177 f. (Strafverfahren; Datenbank der BaFin mit veröffentlichten Geschäften), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 181 ff. (Untersuchungen der BaFin; schwere Fälle von Insiderhandel) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Aufsicht über den Wertpapierhandel und das Investmentgeschäft“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Institut (institute): In der Umgangssprache jede auf Finanzmärkten handelnde Wirtschaftseinheit, in erster Linie Banken und Versicherungen. In der Sprache des deutschen Aufsichtsrechts der Oberbegriff für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute; vgl. die Legaldefinition in § 1, Abs. 1b KWG. Hierzu zählen auch Börsenmakler und Stromhändler. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Interbanken-Geldmarkt auch nur Interbankenmarkt und Wholesalemarkt (interbank money market): Der Handel mit Zentralbankgeld innert der Banken. Dieser dient dem Ausgleich unvorhergesehener täglicher Schwankungen im Bargeldbedarf einzelner Institute, der Überbrückung von absehbaren Liquiditäts-Engpässen bzw. Zentralbankgeld-Überschüssen in der Zukunft sowie auch dem Ziel, längerfristige Positionen durch kürzerfristige Kontrakte zu finanzieren. Rund ein Drittel der Kredite deutscher Banken sind Darlehn am Interbankenmarkt.

Zeigt dieser Markt schwere Störungen an (wie im Zuge der sich zu einer internationalen Finanzkrise ausgeweiteten Subprime-Krise), so deutet dies auf eine systemische Krise hin. Banken misstrauen diesfalls der Zahlungsfähigkeit ihrer Geschäftspartner, letztlich der Werthaltigkeit der in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva, deren genaue Einschätzung hinsichtlich des Risikos infolge der seit etwa 2000 kräftig gewachsenen Möglichkeit des Kreditrisikotransfers immer schwieriger geworden ist.

Siehe Bankengeldmarkt, EURIBOR, Garantiefonds, Geldmarkt-Segmente, Handelssystem, alternatives, Krise der Sicherheiten, Kontrahentenrisiko, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Subprime-Krise, Tagesgeld, Vertrauen, Vollzuteilung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2000, S. 49 ff. (Tendenzen der Interbankbeziehungen deutscher Institute), Monatsbericht der EZB vom August 2003, S. 48 ff. (dort auch Analyse der Entwicklung im Eurogebiet und Formeln zur Berechnung des Preises), Monatsbericht der EZB vom Februar 2008, S. 74 (Abbildung der Geschäfte 2000 bis 2007), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 27 (Interbankenmarkt in der Finanzkrise; Übersichten) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“, Monatsbericht der EZB vom September 2010, S. 22 ff. (Aufschlüsselung der Geschäfte auf dem Interbankenmakrt seit 2004; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Interbankkredit (interbank credit): Wenn nicht anders definiert, die gruppeninternen Kredite innert von Bankkonzernen. Nach Basel-II sollen diese von einer Kapitalunterlegung ausgenommen werden. Weil die Sparkassen und Volksbanken (wiewohl von den Rating-Agenturen in ihrer Verbundstruktur mit einer Gruppenbonität bescheinigt) rechtlich nicht als Konzern organisiert sind, so ist für diese eine entsprechende Unterlegung bei Interbankrediten vorgeschrieben. Siehe Europa-AG, Kredit, gruppeninterner. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Interbank-Überweisungssystem (interbank funds transfer system): Der Zahlungsverkehr zwischen den Banken sowie auch zwischen Banken und Zahlungs-Dienstleistern (institutions offering payment services) in den verschiedenen Zahlungsverkehrssystemen. Die entsprechenden Bewegungen werden von der EZB erfasst und veröffentlicht. Siehe Zahlungsverkehrsstatistik. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Januar 2008, S. 28 f. (hier auch Erläuterungen zur Richtlinie 2007/64/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. November 2007 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt [Payment Services Directive, PSD] und Übersicht des Überweisungsverkehrs 2000 bis 2007). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Intermarkt-Spread (inter-market spread): Der Termin-Kauf und gleichzeitige Termin-Verkauf einer Ware, jedoch an verschiedenen Märkten (Warenbörsen). Siehe Arbitrage, Carry Trades, Futures-Märkte, Rohstoff-Terminvertrag. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

International Bank Account Number, IBAN: Weltweit standardisiertes Kontonummer-Format mit maximal 34 Stellen; die ersten vier Stellen enthalten den Ländercode (etwa: CH für die Schweiz) und die Prüfziffer (39), es folgt vierstellig das Finanzinstitut (etwa: 0070 für die Zürcher Kantonalbank) und dann die Kontonummer. Die IBAN dient der vereinfachten Abwicklung des Zahlungsverkehrs, vor allem im grenzüberschreitenden Bereich. Nach den Plänen der Europäischen Kommission soll auch bis 2013 im Überweisungsverkehr innert Europas die IBAN zur Pflicht werden.

Seit November 2009 müssen Banken in Deutschland bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängername passt. Dies geschah in Anpassung der Zahlungsdienstrichtlinie der EU (Payment Services Directive, PSD), die durch ein Umsetzungsgesetz vom 9. Juli 2009 in deutsches Recht eingebettet wurde. Wohin eine Überweisung geht, richtet sich allein nach der Kontonummer. Siehe Bank Identifier Code. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

International Accounting Standards, IAS: Rechnungslegungsvorschriften, denen so bzw. in Fortschreibung (International Financial Reporting Standards) ab dem Jahr 2005 sämtliche kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU verbindlich unterworfen sind. In den USA seit 2001 (Konkurs des texanischen Energiekonzerns Enron) gleichfalls im Aufwind. Siehe Audit, IFRS, IFRS-Dialekte, International Accounting Standards Board, GAAP, International Financial Reporting Standards, Statement of Financial Accounting Standards Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2002, S. 41 ff., Monatsbericht der EZB vom Februar 2004, S. 77 ff., Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 27 ff. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

International Accounting Standards Board (IASB): Privatrechtlich organisierte Rechnungslegungs-Institution mit der Aufgabe, weltweit akzeptierte, internationale Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) zu schaffen. Durch die IAS-Verordnung der Europäischen Kommission (EG-Verordnung Nr. 1606/2002) heute für alle Fragen der bilanziellen Abbildung der Geschäftstätigkeit in allen Branchen der EU die zuständige Stelle. In die Überwachung der Arbeit des IASB sind seit 2010 auch die Aufsichtsbehörden mit eingezogen.

Strenggenommen sind die IAS die vom International Standards Committee (einer Vorläuferorganisation des IASB) verabschiedeten und weiterhin gültigen Grundsätze. Die IFRS bezeichnen demgegenüber die neuen vom IASB erarbeiteten verbesserten Richtlinien. Der Board verwendet die neue Bezeichnung IFRS aber auch als Oberbegriff. Die Praxis verfährt bislang häufig eher umgekehrt, indem sie mit „IAS-Bilanz“ die nach IAS- und IFRS-Standards erstellte Bilanz bezeichnet. Siehe IAS, IAS 39, IFRS-Dialekte, International Accounting Standards, International Financial Reporting Standards. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 62 ff. (Gleichwertigkeit wird anerkannt; Bewertung von Finanzinstrumenten; Ermittlung des Fair Value). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

International Bank Account Number, IBAN: Weltweit standardisiertes Kontonummer-Format mit maximal 34 Stellen; die ersten vier Stellen enthalten den Ländercode (etwa: CH für die Schweiz) und die Prüfziffer (39), es folgt vierstellig das Finanzinstitut (etwa: 0070 für die Zürcher Kantonalbank) und dann die Kontonummer. Die IBAN dient der vereinfachten Abwicklung des Zahlungsverkehrs, vor allem im grenzüberschreitenden Bereich.

Nach den Plänen der Europäischen Kommission soll auch bis 2013 im Überweisungsverkehr innert Europas die IBAN zur Pflicht werden. Seit November 2009 müssen Banken in Deutschland bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängername passt. Dies geschah in Anpassung der Zahlungsdienstrichtlinie der EU (Payment Services Directive, PSD), die durch ein Umsetzungsgesetz vom 9. Juli 2009 in deutsches Recht eingebettet wurde. Wohin eine Überweisung geht, richtet sich allein nach der Kontonummer. Siehe Bank Identifier Code. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internationale Organisation der Wertpapier-Aufsichtsbehörden (International Organisation of Securities Commissions, IOSCO): 1983 gegründetes, in Madrid ansässiges Gremium des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht mit der besonderen Aufgabe, die Marktdisziplin auf den Finanzmärkten zu verbessern, stabile Märkte zu fördern sowie die Aufsicht über die Wertapier- und Derivate-Märkte den sich verändernden Gegebenheiten laufend anzupassen. Seit 1995 veröffentlicht das Gremium jährlich eine Übersicht des Handels- und Derivatgeschäftes von grossen, international tätigen Banken und Wertpapierhäusern.

Vgl. Jahresbericht 2001 des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel, S. 48 f., Monatsbericht der EZB vom Mai 2002, S. 70, Jahresbericht 2003 der BaFin S. 34 (neu verabschiedete Grundsätze über die Aufsicht), Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 34 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 104 (Initiative gegen Bilanzbetrug), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 65 (Arbeit der IOSCO an Debt Principles), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 39 f. (Subprime-Bericht: Einrichtung dreier Taskforces), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 42 f. (IOSCO-Bericht zu unregulierten Märkten; Vorschläge hinsichtlich der Verbriefungen; Beaufsichtigung der Hedge-Fonds) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Internationales“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internationale Vereinigung der Einlagensicherungen (International Association of Deposit Insurers, IADI): Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel angesiedelte Entität mit dem Ziel, länderübergreifende Regeln für die Einlagesicherung auf den Weg zu bringen. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 35 (Zuordnung der IADI). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internationale Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) (International Securities Identification Number): Eine zwölfstellige internationale Kennummer, mit der an den Finanzmärkten begebene Wertpapiere gekennzeichnet werden. Sie löste ab April 2003 die 1955 für Deutschland eingeführte Wertpapier-Kennummer (WKN) ab. Siehe Valoren-Nummer. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internationale Organisation der Wertpapier-Aufsichtsbehörden (International Organisation of Securities Commissions, IOSCO): 1983 gegründetes, in Madrid ansässiges Gremium des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht mit der besonderen Aufgabe, die Marktdisziplin auf den Finanzmärkten zu verbessern, stabile Märkte zu fördern sowie die Aufsicht über die Wertapier- und Derivate-Märkte den sich verändernden Gegebenheiten laufend anzupassen. Seit 1995 veröffentlicht das Gremium jährlich eine Übersicht des Handels- und Derivatgeschäftes von grossen, international tätigen Banken und Wertpapierhäusern.

Vgl. Jahresbericht 2001 des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel, S. 48 f., Monatsbericht der EZB vom Mai 2002, S. 70, Jahresbericht 2003 der BaFin S. 34 (neu verabschiedete Grundsätze über die Aufsicht), Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 34 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 104 (Initiative gegen Bilanzbetrug), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 65 (Arbeit der IOSCO an Debt Principles), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 39 f. (Subprime-Bericht: Einrichtung dreier Taskforces), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 42 f. (IOSCO-Bericht zu unregulierten Märkten; Vorschläge hinsichtlich der Verbriefungen; Beaufsichtigung der Hedge-Fonds) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Internationales“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internationaler Währungsfonds, IWF (International Monetary Fund, IMF): Im Jahr 1945 gegründete Institution mit Sitz in Washington (DC., USA). Satzungsgemässe (Haupt)Aufgaben sind Förderung der Zusammenarbeit der Staaten auf dem Gebiet der Währung und der Stabilität der Wechselkurse, die Lockerung und Aufhebung der Devisenzwangswirtschaft , Intensivierung des weltweiten Güteraustauschs um dadurch Wirtschaftswachstum und Minderung der Armut zu erreichen (main purpose is working to foster global monetary cooperation, secure financial stability, facilitate international trade, promote high employment and sustainable economic growth, and reduce poverty).

Nicht Aufgabe des IWF darf es sein, ein Versicherer gegen globale Finanzmarktrisiken („lender of last resort“) zu sein. Auch ist es mit der Satzung des IMF nicht vereinbar, Darlehn zur Rekapitalisierung von Banken oder zur Finanzierung von Haushaltsdefiziten zu gewähren, wiewohl das von Politikern wiederholt gefordert wurde. Ebenso verbieten sich Garantien des IWF für (staatliche) Wertpapiere. In jedem dieser Fälle lösten solche Tätigkeiten des IWF Moral-Hazard-Probleme aus. Siehe Bail-out, Europäischer Währungsfonds, Konditionalität, Risikoanhebung, subjektive.

Vgl. zu den Problemen beim IWF Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2005, S. 77 ff. (Finanzielle Risiken beim IWF, S. 81 f.: Problem der Zahlungsrückstände [arrears] gegenüber dem IWF, S. 86 ff.: Übersicht der Risikokontroll-Instrumente beim IMF), Geschäftsbericht 2005 der Deutschen Bundesbank, S. 80 ff. (kritische Einschätzung), Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 72 ff. (Reformschritte; Diskussion um die Versicherungs-Fazilität), Jahresbericht 2007 der EZB, S, 183 f. (laufende Arbeiten des IMF: vorsichtig-optimistische Beurteilung), Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 53 ff. (ausführliche Darlegungen vor allem auch zur Finanzierung des IWF; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internetbank (trade name Internet bank; click and mortar bank): Herkömmliche Bank mit Filialsystem, die einen Teil der Geschäfte entweder direkt oder über eine eigens dazu gegründete Tochter durch eine entsprechend gestaltete Seite (Internetschalter, transactional website) auch über das Internet abwickelt. Das Internet-Tochterunternehmen hat hier die Möglichkeit, bei Engpässen und bei gewissen Geschäften auf das Filialsystem des Mutterunternehmens (parent company) zurückzugreifen.

Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, Direktbank, Mobile Banking, Homebanking, Infrastructure Providing, Metcalfe-Regel, Moonlight Banking, , Online-Banking, Onliner, Phishing, Sofa-Banking. Siehe zur Ertragslage Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2006, S. 24 f. (mit Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Internet Brokerage (so auch im Deutschen gesagt): Der Vertrieb von Wertpapieren über das Internet. Siehe Internet-Angebote. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Intratagesbewegung (intraday movement): Wenn nicht anders definiert die Kursentwicklung an der Börse von Börseneröffnung bis Börsenschluss (the price movement achieved between the opening and the closing of the trading session on an exhange), und zwar entweder auf ein einzelnes Papier bzw. (an der Warenbörse) auf ein Gut bezogen, oder aber auf die Kursentwicklung an der Börse gesamthaft. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Intratageskredit (intraday credit, daylight credit, daylight overdraft, daylight exposure): Ein Darlehn (im engeren Sinne der Zentralbank) mit einer Fristigkeit von weniger als einem Tag (credit extended for a period of less than one business day). Bedeutung hat der Intratageskredit vor allem für den reibungslosen Ablauf von Zahlungsverkehrssystemen. Siehe Systemrisiko. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Investmentbank auch Brokerbank (investment bank, broker bank): In den USA im Zuge des 1931 durch das Glass-Steagall-Gesetz eingeführte Trennbanksystem solche Institute, die sich ganz auf das Kapitalmarktgeschäft verlegt haben und nicht auch das Kredit- und Einlagegeschäft betreiben. Obwohl das Trennbanksystem 1999 aufgehoben wurde, gab es bis Ende 2007 noch fünf grosse Investmentbanken, die jedoch angesichts dünner Eigenkapitaldecke sämtlich in den Strudel der Subprime-Krise gerieten. Bear Stearns wurde im März 2008 von der Grossbank JP Morgan Chase übernommen; Lehman Brothers meldete am 15. September 2008 Insolvenz an, die britische Bank Barclays übernahm die Kapitalmarkssparte von Lehman; Merrill Lynch wurde kurz vor dem Zusammenbruch von der Bank of America geschluckt; Morgan Stanley wurde von der japanischen Bank Mitsubishi UFJ durch Kauf eines Anteils von 20 Prozent frisches Kapital zugeführt und Goldman Sachs erhielt im September 2008 eine Finanzspritze in Höhe von 5 Mrd USD von dem US-Investor Warren Buffet und kam so über die Runden.

Morgan Stanley und Goldman Sachs änderten im September 2008 ihren rechtlichen Statuts und wurden von Investmentbanken zu (regulierten, der Aufsichtsbehörde unterworfenen) Geschäftsbanken. Man warf den Investmentbanken vor, einen Gutteil der Schuld für die Subprime-Krise zu tragen. Denn sie waren nicht an erster Stelle an einer hohen Kreditqualität interessiert (were urgently not concerned about a high credit quality). Vielmehr bestand ihr Geschäftsmodell (business model) darin, Kreditrisiken nur durchzuleiten und die Hauptmasse der Erträge aus Provisionseinnahmen für strukturierte Finanzprodukte zu erzielen. Damit leisteten sie der lässigen Kreditvergabe der Hypothekenbanken Vorschub (abetted the lax lending practice of the mortgage banks). Siehe Banking, begrenztes, Bonus, Home Mortgage Disclosure Act, Intermediation, Kernaufgabe, bankliche. Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 16 (Mitschuld der Hypothekenbanken an der Subprime-Krise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Investment Banking (so auch im Deutschen gesagt und manchmal in einem Wort oder auch mit Bindestrich geschrieben): Dienstleistungen einer Bank bei der Begebung von Aktien und Anleihen. Herkömmlicherweise werden Emissionen von mehreren Banken zusammen (Konsortialgeschäft) an den Markt gebracht; Konsortialführer (agent bank: institute responsible for maintaining a fiduciary relationship with the other lenders participating in a syndicated loan) sind im Euroraum bis anhin noch vorwiegend US-amerikanische Institute. (Teilselbständiger) Bereich einer Bank, der Firmenkunden, institutionellen Kunden und öffentlichen Stellen in erster Linie Finanzberatung, Kapitalbeschaffung, Verbriefungen sowie Wertpapierhandel anbietet.

Aufsichtsrechtlich zählen zum Investment Banking vor allem Unternehmensfinanzierungen (corporate financing), Emissionen, Ausschreibungen zur Akquirierung eines neuen Geschäfts (requests for proposals for the acquisition of a new business: pitches), sowie die Vorstellung von Neuemissionen von Finanzinstrumenten (presentation for the first issue of financial instruments: road show) und die damit verbundenen Marketingmassnahmen. Siehe Analysten-Aufgabenbeschränkung, Arranger, Arrangierung, Banking, begrenztes, Bought Deal, Eigenkapital-Arrangeur, Fiscal Agent, Glass-Steagall-Gesetz, Grössen-Effekte, Kurspflege, Merchant Banking, Multi-Boutique-Ansatz, Private Banking, Roadshow, Zweckgesellschaft. Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2002, S. 59, Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 148 (Aufzählung der Bereiche des Investment Banking), Jahresbericht 2009 der Fin, S. 26 (hohe Erträge im Investment Banking). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Investment Research (investment research): Allgemein die Tätigkeit der technischen Analyse. Im besonderen die banklichen Fachabteilungen, die intern (für das Institut) oder allgemein (für die Kundschaft) Vorschläge zum Kauf oder Verkauf erarbeiten. Siehe Analyst, Anlage-Empfehlung, Wertpapieranalyse. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 35 (hinsichtlich international vereinbarten Grundsätze bei Anlage-Empfehlungen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Investmentvermögen (investment asset pool): Nach der (an Diallelen reichen!) Definition in § 1 InvG „Vermögen zur gemeinschaftlichen Kapitalanlage, die nach dem Grundsatz der Risikomischung in Vermögensgegenständen angelegt sind.“ Siehe Fonds. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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