Goldaktien so günstig wie seit ewigen Zeiten nicht mehr

Der Goldpreis notierte vor ca. einer Woche bei 1.560 USD. Es war der vierte und bislang letzte Versuch, weiter nach oben auszubrechen. Anschließend kam es zu stärkeren Gewinnmitnahmen und der Goldpreis tauchte auf unter 1.500 USD ab. Vom Hoch sprechen wir über einen Abschlag von rund 60 USD. Vor allem Goldaktien verloren überproportional!

Goldaktien günstig wie nie
Diese und vergleichbare Aussagen hört man zurzeit von diversen Experten. Eine der Äusserungen kommt von Paul Gait, Analyst von Bernstein Research. Er ist der Meinung, dass der Sektor auf einem 100-Jahres-Tief bewertet werde. Seiner Meinung nach war der Bergbau noch nie billiger war als heute, demzufolge sei die aktuelle Branchenschwäche ein idealer Einstiegspunkt für jeden langfristigen Investor.

Bei der Analyse des zyklisch angepassten Preis-Gewinn-Verhältnisses (CAPE) des Sektors stellte Gait fest, dass die Bergbauindustrie mit 1,4 Standardabweichungen unter ihrem langfristigen Durchschnittswert handelt. Dieser, so Gait, ist der niedrigste aufgezeichnete Datenpunkt des letzten Jahrhunderts.

„Die einzige vergleichbare Periode in der jüngeren Geschichte war während der Dotcom-Blase in den späten 90er Jahren, aber selbst während der Dotcom-Blase war die Bewertungsabweichung nicht so gravierend wie heute“, sagte Gait.

Stimmung dreht sehr schnell in dieser Assetklasse

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Stimmung im Goldsektor dreht. Mitte vergangener Woche war die Stimmung noch gut und Anleger waren in den Wochen zuvor bereit, die kleineren Rücksetzer als Kaufchance zu nutzen. Doch nach drei oder vier schwachen Tagen, mit einem Verlust von rund 60 USD, haben viele Anleger schon wieder Panik – und das Ende des Aufschwungs wird ausgerufen.

Eine derartige Stimmungsschwankung findet man wohl in keinem anderen Sektor. Steigen die Standardaktienmärkte drei Monate am Stück, dann werden schärfere Rücksetzer als willkommene Kaufchance und gesunde Korrektur angesehen und es hagelt Kaufempfehlungen. Beim Goldpreis ist jeder Rücksetzer sofort das Ende der Goldpreisentwicklung.

Beachtenswert ist die Bewegung bei einigen der Goldproduzenten. Nachdem die letzte Bewegung von etwa 1.500 USD auf 1.550 USD überhaupt nicht mehr mitgemacht wurde, kamen sie in der Bewegung von 1.550 USD auf 1.500 USD deutlich unter Druck. Fundamental hat sich dabei relativ wenig geändert, das hängt sicher auch damit zusammen, dass großer Adressen eher in physisches Gold investiert haben.

Dabei sieht der Hebel der Goldproduzenten folgendermaßen aus. Wenn Gold im laufenden Quartal einen etwa 10% höheren Preis erzielt hat und produziert ein Unternehmen z.B. zu Preisen von 1.000 USD je Unze – und hat 50.000 Unzen im 2. Quartal produziert, so lag der Gewinn bei 310 USD je Unze, also bei 15,5 Millionen USD.

Erhält dieser Produzent nun bei gleichbleibender Produktion und gleichbleibenden Kosten 100 USD mehr, dann steigt seine Marge auf 410 USD nicht um 10%, sondern um 32,25% nach oben. Aus dem Gewinn im Vorquartal (15,5 Millionen USD) werden dann im laufenden Quartal 20,5 Millionen USD. Dazu kommt, dass viele Goldminenunternehmen in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht – und die Kosten teilweise deutlich reduziert haben.

Fazit:
Der Anstieg beim Goldpreis war so stark, dass der Rücksetzer überfällig und gesund war. Die Bewegung bei den Goldproduzenten war allerdings zu heftig. Sicherlich haben diese meist einen vorlaufenden Charakter, was auch noch einen deutlich tieferen „Dip“ beim Gold nicht ausschließt. Doch sollte Gold im Bereich der nächsten Unterstützungen Halt finden und eine Gegenbewegung nach oben starten, was gute Chancen bietet.

BullionVault

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