Keine Verlängerung des Goldabkommens

1999 hatten die westlichen Notenbanken ein Goldabkommen unterzeichnet, mit dem Ziel kein Gold mehr zu kaufen bzw. Verkäufe zu koordinieren. Bis 2009 hatten die westlichen Notenbanken jährlich 400 Tonnen Gold am offenen Markt verkauft. Notenbanken aus Asien und dem Rest der Welt traten hingegen als Käufer auf. Die stärksten Käufer waren in den letzten Jahren Russland, China und die Türkei. Das Abkommen wurde drei Mal verlängert (2004, 2009, 2014), wobei seit 2012 offiziell keine nennenswerten Verkäufe mehr getätigt wurden.

Die EZB und 21 weitere Notenbanken wollen das Abkommen ein viertes Mal nicht verlängern. Die ehemaligen Unterzeichner bestätigen jedoch, dass Gold aus Gründen der Diversifikation ein wichtiges Element der Währungsreserven bleiben wird und keine der Notenbanken aktuell Pläne für den Verkauf signifikanter Mengen an Gold hätte.

Seit über einer Dekade sind die weltweiten Notenbanken schon Nettokäufer von Gold

Die Goldkäufe der polnischen Notenbank zeigen einerseits das zunehmende Interesse am Gold. Auf der anderen Seite sind die westlichen Notenbanken innerhalb der EWU und mit der EZB mittlerweile so verflochten, dass man womöglich keinen Grund für ein formales Abkommen mehr sieht. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der ehemaligen Unterzeichner des Abkommens nun plötzlich als starker Goldkäufer am Markt auftritt, ist gering. Dennoch erwarten wir künftig verstärkte Käufe von anderen Zentralbanken auf dem Globus, die letztlich die neue Hausse des Goldpreises mit anschieben werden.

Das reale Negativzinsumfeld hält weiterhin an, womit das Umfeld für steigende Edelmetallpreise weiterhin vorhanden ist

Die offizielle Teuerungsrate in Europa wird mit den gleichen Methoden geschönt wie in den USA. Wenn Draghi offiziell einen Realzins von -2 % anpeilt, so dürfte es sich hierbei real eher um einen Realzins von -8 % handeln. Die Geldpolitik und die Finanzielle Repression funktionieren nur, wenn die Menschen die Mär von einer relativ niedrigen Inflationsrate glauben, die man ihnen auch noch als 2 % Preisstabilitätsziel verkauft. Leider hinterfragen es zu wenige, bzw. sie interessieren sich nicht dafür – oder verstehen es nicht.

Die Bullen am Aktienmarkt lieben die Gelddruckprogramme der Notenbanker. Das frische Geld beschert ihnen steigende Aktiennotierungen – sei es auch nur nominal.

In den siebziger Jahren fielen die Aktienmärkte inflationsbereinigt um über 90 %. Die Fondsmanager können eine Rendite ausweisen, die sie real nie erwirtschaftet haben. Real dürften 98 % der Fondsmanager das Geld ihrer Kunden verbrennen und lediglich sich selbst bereichern, weshalb diese Branche die Inflation der Zentralbanken und das Erzeugen von Blasen liebt.

Die Teuerung in den USA hält sich bisher auf hohem Niveau
Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen lag Ende Juni bei -7,33 %, weshalb der Goldpreis mindestens um diese Rate der Geldentwertung ansteigen sollte. Das bedeutet auch, dass die realen Zinsen in den USA seit Mitte der neunziger Jahre bereits negativ sind, wenn man seriöse Berechnungen des Konsumentenpreises heranzieht. Hier zeigt sich dann auch die extrem negative Korrelation zwischen Negativzinsen bzw. Inflation und dem Goldpreis.

Nach der Fed-Sitzung am Mittwoch ging es mit dem Goldpreis erst einmal runter, da die Zinssenkung um 25 Basispunkte schon eingepreist war. Die Ankündigung, dass Trump wieder einmal mit neuen Zöllen für China droht, führte dann einen Tag später wieder zu einem deutlichen Anstieg des Goldpreises von über 2%. Das weltweite, politische Umfeld spricht weiter für steigenden Goldpreise. Für jene die langfristig agieren und weiter die Dips kaufen, der findet womöglich nach einem Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau neue Einstiegschancen.

Wer physisches Gold erwerben möchte – was zu empfehlen ist – kann dies über sein Wertpapierdepot tun, z.B. in Form von Xetra Gold oder Euwax Gold II. Eine alternative ist ein Gold-ETF, bei dem das Gold physisch hinterlegt ist. Spekulativer sind dann die Goldminen-Aktien, bzw. ETFs, die aber auch einen Hebel auf den Goldpreis beinhalten – ohne das Hebelprodukte eingestezt werden müssen. Wenn der Goldpreis steigt, führt das in der Regel immer zu einem überproportionalen Anstieg der Goldminen-ETFs und Goldaktien.

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